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Strukturale Marx-Lektüre (ab Mitte 1960er Jahre)
Der Strukturalismus hat alle wichtigen Bereiche der (Geistes-)Wissenschaften beeinflusst, darunter die an Marx orientierte Gesellschaftskritik.
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Post-Operaistische Marx-Lektüre (ab 1970er Jahre)
Bereits Anfang der 1970er ging aus dem Operaismus eine post-operaistische, stark von der französischen Philosophie und hier wiederum vom Post-Strukturalismus und von den Arbeiten Michel Foucaults beeinflusste Marx-Lesart hervor.
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Operaistische und sozialrevolutionäre Marx-Lektüre und Autonomist Marxism (ab Anfang 1960er Jahre)
Der Operaismus ging in Italien bereits Anfang der 1960er Jahre aus der Theoriearbeit politischer Intellektueller hervor, die aus der Kommunistischen und der Sozialistischen Partei Italiens sowie aus der Sozialwissenschaft kamen. Wichtige Orte der Diskussion waren die Zeitschriften Quaderni Rossi und Classe Operaia.
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Marx-Forschung in der DDR (1949-1989)
Die Allgegenwart von Beschwörungsformeln, denen zufolge in der DDR „die Lehren von Marx verwirklicht“ worden seien, lässt vermuten, der Marxismus sei bloße Herrschaftsideologie der SED gewesen. Doch diese Perspektive ist zu eng: Zwischen 1946 und 1989 hat es in Ostdeutschland nicht nur heterodoxe Marx-Debatten in den Nischen des Realsozialismus gegeben, sondern auch eine umfangreiche wissenschaftliche Beschäftigung mit Marx. Ertragreich waren vor allem die Ergebnisse der Geschichtsforschung und der Marx-Edition, hier wiederum besonders die Arbeiten zur MEGA.
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Formanalytisch-werttheoretische Marx-Lektüre (ab Mitte 1960er Jahre)
Dieser Strang der „Neuen Marx-Aneignung“ ist in Westdeutschland aus einer Phase hervorgegangen, die als „Rekonstruktion der Kritik der politischen Ökonomie“ bezeichnet wird und Mitte der 1960er begann. Diese Phase der Rekonstruktion kennzeichnet die „Neue Marx-Aneignung“ in der Bundesrepublik und z.T. in der DDR ganz allgemein.
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Westdeutsche Marx-Aneignung
Mit den Neuanfängen einer Kritik nach Marx sind in den 1960er Jahren in West-Deutschland zahlreiche Namen verbunden. Sie stehen zunächst weniger für Protagonisten einer bestimmten Marx-Lesart im engen Sinne, sondern sie sorgen zunächst grundsätzlich für eine neue Marx-Aneignung und eine Erneuerung einer „Kritik nach Marx“.
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„Neue Marx-Aneignung“ seit den 1960er Jahren
Die „Neuen Marx-Aneignungen“, die nach dem 2. Weltkrieg vor allem, aber nicht nur, im globalen Westen aufkommen, werden mit dem gesellschaftlichen Auf- und Umbruch Ende der sechziger Jahre verbunden – StudentenInnenbewegungen, Bürgerrechtskämpfe, „Neue Linke“. Diesem „1968“ folgte das „roten Jahrzehnt“ der 1970er Jahre, das mit dem „Deutschen Herbst“ zumindest in der bundesrepublikanischen Geschichte bereits wieder endete.
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Die Marx-Diskussion des globalen Südens
Die geographische Bezeichnung „Süden“ soll diejenige Debatten und Theorien im Anschluss an Marx zusammenfassen, die ihren Ursprungsort weder in Westeuropa oder Nordamerika noch in der Sowjetunion und den realsozialistischen Staaten Osteuropas hatten. Gleichwohl wurde der Marxismus im globalen Süden natürlich auch von diesen beiden großen Lagern beeinflusst. So bezogen sich die sozialistischen Befreiungsbewegungen im globalen Süden vor allem auf die Sowjetunion, während die akademische Debatte stärker an den Marx-Debatten des Westens orientiert war.
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Japan und Südkorea (ab 1920)
In Japan gab es ähnlich wie in Deutschland bereits in den 20er Jahren intensive Debatten, sowohl innermarxistisch als auch zwischen Marxisten und bürgerlichen Ökonomen. So gab es bereits in den 1920er Jahren in Japan erste werttheoretische Debatten.
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Jugoslawien und die Praxisgruppe (1960-1975 / ab 1981)
In Jugoslawien suchte die so genannte Praxisgruppe in den 1960er und 70er Jahren dem Stalinismus und dem „Marxismus-Leninismus“ einen humanistischen Marx entgegenzusetzen. Sie war, wie ähnliche Strömungen im Westen, vor allem an Marx‘ Frühschriften sowie allgemein an der Philosophie orientiert.
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Heterodoxer Marxismus in den USA, Kanada und Australien
Die heterodoxe Marx-Diskussion in den USA entstand wie der „Westliche Marxismus“ in Abgrenzung zum dogmatischen „Marxismus-Leninismus“ und setzte ihm eine im weitesten Sinne humanistische und philosophische Lesart der Marx‘schen Texte entgegen.
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Kritische Theorie (ab 1920er Jahre)
Die Kritische Theorie, auch Frankfurter Schule genannt, entstand bereits in den 1920er Jahren und etablierte sich, als Max Horkheimer 1931 das Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main übernahm.
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Westlicher und heterodoxer Marxismus
Bereits in der Periode, in welcher der Erste Weltkrieg und die Russische Revolution theoretisch verarbeitet wurden, liegt der Ursprung desjenigen Strangs der Marx-Diskussion, der später als „Westlicher Marxismus“ bezeichnet wurde. Er entstand zum Teil in kritischer Auseinandersetzung zur beginnenden „Verstaatlichung“ des Marxismus und zum „Marxismus-Leninismus“ in der Sowjetunion.
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Maoismus (ab 1949)
Der Maoismus beruft sich auf die Schriften und die Politik von Mao Zedong und erlangte seine größte Bedeutung im China der Jahre nach der Revolution von 1949.
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Trotzkismus (ab 1917)
Der Trotzkismus geht auf den russischen Revolutionär Leo Trotzki zurück, der zur Entwicklung marxistischer Debatten beitrug: in Abgrenzung zu Stalin und auf der Grundlage einer Kritik an der bürokratischen Entwicklung in der Sowjetunion, aber weiterhin im Anschluss an Lenin. Der Trotzkismus – auch als Kampfbegriff zur Diffamierung von Positionen gebraucht, die von der Moskauer Linie abweichten – ist dem internationalen und „permanenten“ Charakter der Revolution verpflichtet.
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Räte- und Linkskommunismus (ab 1920)
In den 1920er Jahren bildete sich im Umfeld des niederländischen und deutschen Kommunismus eine rätekommunistische Strömung heraus, die sich sowohl vom Marxismus-Leninismus und der Sowjetunion als auch vom Reformismus der Sozialdemokratie abgrenzte und um Eigenständigkeit in Theorie wie Politik bemüht war.
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Linkssozialismus (ab 1918)
Mit Linkssozialismus werden diejenigen Theorien und Diskussion bezeichnet, die in Westeuropa und Nordamerika gleichsam zwischen dem dogmatischen Marxismus-Leninismus einerseits und dem Reformismus der Sozialdemokratie andererseits entstanden.
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Austro-Marxismus
Der Austro-Marxismus entstand nach dem Ersten Weltkrieg im Umfeld der österreichischen Sozialdemokratie. Er war politisch auf demokratisch-parlamentarische Arbeit und theoretisch an Fragen einer sozialistischen Transformation ausgerichtet. Im Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus wird die Phase des Austro-Marxismus auf die Zeit zwischen etwa 1900 und 1934 angegeben.
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Marxismus der Dritten Internationale (1919 bis etwa 1945) und „Marxismus-Leninismus“ (ab 1924)
In diese Zeit fallen folgenreiche Spaltungen der Arbeiterbewegung. Anders als in der Zeit zuvor gehen diese weniger auf offene Auseinandersetzung über die „richtige“ Auslegung, Fortführung und politische Umsetzung der Marx’schen Kritik zurück.
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Marxismus der Zweiten Internationale (1889 bis 1914/1918)
In diese Zeit fallen die in den ersten Jahrzehnten nach Marx‘ Tod geführten Debatten. In ihnen wurde bereits ebenso heftig wie offen um die „richtige“ Auslegung seiner Theorien und über Fragen der praktischen Umsetzung seiner Gesellschaftskritik gestritten. Die bekanntesten Vertreter waren meist beides, anerkannte TheoretikInnen und politische AktivistInnen.
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